Regenwaldhaus Hannover-Herrenhausen

Das Regenwaldhaus der Herrenhäuser Gärten in Hannover ist einer der spektakulärsten Botanischen Gärten Deutschlands. Seine Existenz verdankt das Gebäude, das ein wenig an die futuristische Biosphäre 2 erinnert, indirekt der Weltausstellung Expo. Konzipiert im Jahr 1996 als Pflanzenschauhaus im Berggarten der Herrenhäuser Gärten, wurde es ein Jahr später zum offiziellen Expo-Projekt deklariert. Pünktlich zu Beginn der Weltausstellung wurde es am 25. März 2000 eröffnet. Zwei Jahre später wurde das Gebäude von einer privaten Betreibergesellschaft übernommen und so das botanisch-zoologische Programm durch zahlreiche gesellschaftliche Events erweitert. Foto (1)

Unter einer 18 Meter hohen Glaskuppel wurde ein Biotop mit einer Fläche von 3200 m² erschaffen, das mit einem eigenen Wasserkreislauf und der Nutzung der Sonnenenergie fast so autark ist wie die schon erwähnte Biosphäre 2. Nur fast, denn Ziel des Projektes war nicht die Unabhängigkeit von externen Ressourcen sondern die Schaffung eines tropischen Biotops mit der bestmöglichen Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen. Dennoch sind drei leistungsstarke Klimaanlagen am Werk, um die tropischen Umweltbedingungen konstant zu gewährleisten.

Alle drei räumlichen Dimensionen wurden für die Gestaltung des Regenwaldes genutzt und in allen Höhenschichten finden sich die dort typischen Lebensformen. Bachläufe wechseln sich mit Felsformationen ab und aus großer Höhe stürzt ein Wasserfall rauschend hinab und trägt seinen Teil zum feuchtwarmen Klima der Kuppel bei.

Vorbild für die im Regenwaldhaus nachgebildete Klimazone ist die Mata Atlantica, eine gemäßigt tropische Küstenregion im Westen Brasiliens.

Für den Besucher hat die Expedition in den Regenwald einiges zu bieten. Urzeitliche Baumfarne stehen zwischen üppigen Palmen und den dicht mit Dornen besetzten Stämmen der Seidenwollbäume. Tropische Früchte wie Kakao und Papaya finden sich hier ebenso wie Kautschuk und Manjok. Bromelien, Orchideen, Passiflora und andere Blütenpflanzen bilden leuchtende Inseln in der "grünen Hölle" des schwülen Urwaldes. In großer Höhe nisten Vögel des Regenwaldes wie der Tukan zwischen meterlangen Tillandsien und anderen epiphytischen Bromelien. Vom Aussichtsturm werfen Sie einen Blick in den Dschungel hinab, als säßen Sie direkt in den Wipfeln der Urwaldriesen.

Foto (1): Regenwaldhaus
Alle übrigen: Marco Kluge

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