Botanischer Garten Braunschweig

Der Botanische Garten der TU Braunschweig ist vergleichsweise klein, was  nicht verwundern mag, wenn man berücksichtigt, daß die Universität ihren Schwerpunkt auf den technischen Ingenieurwissenschaften hat. Trotzdem (oder gerade deshalb) ist die Anlage sehr reizvoll angelegt. Durch seine idyllische Hanglage am Okergraben, der die historische Kernstadt Braunschweigs umfließt, ist der Garten auf mehreren Ebenen angelegt, die sehr unterschiedliche und reizvolle Biotope bilden. In einer schattigen und kühlen Nische, umgeben von ungewöhnlichen und im verborgenen blühenden Pflanzen kann man beim beruhigenden Rauschen des kleinen Wasserfalls seinen Gedanken nachgehen oder einfach die traumhafte Atmosphäre auf sich wirken lassen. Entlang des Okergrabens laden Bänke zum verweilen und genießen ein und auf den verstreuten Rasenflächen lassen sich des öfteren Studenten mit ihren Lehrbüchern nieder und wie es scheint, kann man sich hier auch ganz gut der Belletristik widmen.

Wer Rhododendren liebt, kommt besonders im Frühjahr im Botanischen Garten auf seine Kosten, denn diese Gattung bildet einen der Schwerpunkte in Braunschweig. Ungezählte Blüten in allen erdenklichen Farben lassen den Garten zu dieser Zeit erstrahlen. Die Rosen tun es den Rhododendren gleich und treten gleichsam in einen farbenfrohen Wettstreit ein und auf den Bänken zwischen den zahlreichen Rosenarten finden sich nicht nur Verliebte ein.

Ein kleiner Bereich ist den fleischfressenden Pflanzen gewidmet, die hinter Glas geschützt dem Besucher die artenreiche Vielfalt der Carnivoren präsentieren. Dabei erfährt der Besucher, daß diese Pflanzen keine ausgesprochenen Exoten sind sondern auch hierzulande eine Anzahl von Arten vorkommt, zumeist in den gefährdeten Moorlandschaften.

Im Sommer bietet die Anlage der subtropischen Hartgehölze einen faszinierenden Anblick. Dieser rechte kleine und zugegeben etwas zu dicht bepflanzte Bereich hält viele beeindruckende und selten anzutreffende Spezies bereit. Schwerpunkte sind Australien und Mittel- und Südamerika. Auf engem Raum finden sich viele Arten, die auch einen zweiten Blick lohnen. Einige haben ein so bizarren Wuchs, daß es schwerfällt, sie als Laub- oder Nadelbaum oder gar als Kaktus zu identifizieren. Andere haben Blüten, die bei genauerem Blick den Anschein haben, als kämen sie nicht von dieser Welt.

An der höchsten Stelle des Gartens, eingefaßt von hohem Grün, präsentiert der Alpenraum seine Artenvielfalt im schroffen, granitsteinigen Alpinum.

Die meist kleinen, geduckt stehenden Spezies offenbaren erst auf einen genauen Blick hin ihre Schönheit. Gerade die blühenden Arten dieser Klimazone offenbaren nur dem aufmerksamen Betrachter ihre Anmut, die trotz der widrigen Lebensbedingungen dieser Pflanzen oft überraschend grazil ist.

Die kleinen Gewächshäuser sind wohl aus personellen Gründen leider nur recht kurz geöffnet und für Berufstätige ist es deshalb gar nicht so leicht, einen Blick hinein zu werfen. Gelingt es doch, so wird der Besucher rund im einen kleinen Teich mit den riesigen Schwimmblättern der Viktoria in schwülheißer Luft von einer bunt schillernden Pracht tropischer Gewächse verzaubert oder in die trockenheiße Wüste einer vielfältigen Kakteenlandschaft entführt.

Der Bauerngarten zeigt, daß Kräuter und Gewürze eine wesentlich beeindruckendere Gestalt annehmen können, als die kleinen Töpfe in den Auslagen der Gemüsehändler vermuten lassen und daß ein Grünkohl (in dieser Gegend nennt man ihn Braunkohl) durchaus in der Lage ist, fast jeden seiner Betrachter mühelos zu überragen.

Hier finden sich eine Vielzahl von einheimischen Blumen, Kräutern und Gewürzen, die oftmals kaum noch bekannt sind und am Rande lädt ein Duftgarten zum schnuppern ein.

Abteilungen des Botanischen Gartens Braunschweig:


- Systematische Abteilung
- Bauerngarten
- Alpinum
- Rosarium
- Subtropische Hartlaubgehölze
- Naturbelassener Waldhang
- Heide & Moorpflanzen
- Wasserfall mit Bachlauf, Rhododendron & Farngarten
- Gewächshäuser: Victoria, Insektivoren, Kakteen

Der Botanische Garten Braunschweig wurde 1828 gegründet und hat eine Gesamtfläche von ca. 4 ha. Im Torhaus des Gartens finden Ausstellungen regionaler Künstler statt und der Eingangsbereich des Gartens ist Ort vielfältiger Veranstaltungen wie Pflanzenbörsen, Flohmärkte und Konzerte.

Im Sommer kann man den Botanischen Garten täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr besuchen, im Winter schließt er seine Pforten um 16:00 Uhr. Die Gewächshauser stehen den Besuchern Dienstags bis Donnerstags von 13:00 bis 16:30 Uhr offen.

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