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Pflanzenschutz Teil 1: Pflegefehler und Vorbeugung
 Für den Zimmergärtner ist Pflanzenschutz ein
zentrales Thema. Wohl niemand, der Pflanzen im Haus oder auf dem Balkon hält, bleibt vor ungebetenen Gästen auf seinen Schützlingen verschont. Umso wichtiger ist es, im Falle eines "Eindringlingsalarms" die geeigneten
Abwehrmassnahmen zur Hand zu haben.
Der erste Beitrag der Reihe Pflanzenschutz behandelt grundlegende Pflegefehler und gibt Anregungen und Tipps zur Vorbeugung, damit so ungebetene Gäste wie die Weiße Fliege auf dem
Bild rechts es nicht so leicht haben. |
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Was Pflanzen anfällig macht
Es gibt zwei Gründe, warum Zimmer- und Balkonpflanzen anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind. Zum einen liegt es einfach daran, dass die
Pflanzen in der Umgebung des Menschen gehalten werden. Es ist eine Binsenweisheit, dass die Umgebung, in der sich der Mensch wohlfühlt, nicht unbedingt auch für Pflanzen optimal ist. Am
auffälligsten ist das im Winter. Die wenigsten Pflanzen mögen die trockene aufsteigende Heizungsluft und die schummerigen Lichtverhältnisse der Wintermonate. Gerade bei subtropischen Pflanzen ist es sehr schwer,
geeignete Bedingungen für die Überwinterung in der Wohnung zu finden. Viele mögen Temperaturen zwischen 5 und 15°C und zudem einen hellen Standort. Stellt man sie in den Keller, ist es zu dunkel, in der
Garage ist es zu kalt und im Treppenhaus ist zu wenig Platz oder es stört die Nachbarn. Als Folge daraus überwintern viele Pflanzen zu warm und zu dunkel.
Die meisten Pflanzen haben also, nicht nur im Winter,
nicht die optimalen Umgebungsbedingungen. Das schwächt die Pflanzen und geschwächte Lebewesen sind anfälliger für Krankheiten. Neben den allgemeinen Umweltbedingungen wie Licht, Temperatur und
Luftfeuchte stimmt auch die Versorgung der Pflanzen oft nicht. Pflegefehler sind mithin der zweite wesentliche Grund für anfällige Pflanzen.
Die richtige Versorgung beginnt mit der Auswahl des geeigneten Substrates und eines genügend großen Pflanzgefäßes. Hier schleichen sich bereits die ersten Fehler ein. Topfpflanzen benötigen
meist ein gut durchlässiges Substrat, damit die Wurzeln nicht durch Staunässe faulen. Billigem Torfsubstrat fehlen oft Hilfsstoffe wie Perlite, die den Boden auflockern und enthalten zudem oft
Schimmelsporen und nicht ausreichend verrottetes Material. Werden Pflanzen zu selten umgetopft, bleibt den Wurzeln zu wenig Platz zur Entwicklung (nur wenige Spezies kommen mit beengten
Verhältnissen zurecht) und viel zu wenig Substrat, aus dem sie Nährstoffe sammeln können.
Wohl die meisten Schäden an Pflanzen werden durch falsches Gießen verursacht. Das
"Gießkannenprinzip" oder "one size fits all" ist bei Pflanzen völlig unangebracht. Jede Spezies hat ihre individuellen Bedürfnisse, auch was die Wasserversorgung angeht. Ein zuviel an Wasser ist
ebenso schädlich und manchmal tödlich für die Pflanze wie zu wenig.
Schlußendlich benötigt die Pflanze außer
Wasser, Wärme und Licht auch Nährstoffe, die sie zumeist aus dem Boden erhält, in dem die Nährsalze gelöst sind. Wie das Substrat selbst sind auch die gelösten Nährstoffe darin begrenzt und irgendwann
aufgebraucht, so dass der Boden je nach Pflanzenart regelmäßig gedüngt werden muss. Beim Düngen kommt es auf die Menge, die Häufigkeit und auf die Zusammensetzung des Düngers an. Meist ist Dünger aus unterschiedlich gewichteten
Anteilen von Salzen des Stickstoffes (N) Phosphors (P) und Kaliums (K) zusammengesetzt. Die Anteile werden entsprechend in der N-P-K Formel angegeben, z.B. 7-6-7. Allzu oft fehlen
handelsüblichen Produkten aber die ebenfalls von der Pflanze benötigten Spurenelemente wie Eisen (Fe) oder Magnesium (Mg), was zu Mangelerscheinungen führt.
Pflegefehler und unangepasste Umgebungsbedingungen führen zur Schwächung der Pflanzen und geschwächte Pflanzen sind anfällig für Erkrankungen und werden bei Schädlingsbefall stärker und
schneller geschädigt als gesunde Pflanzen. Das heißt nicht, dass auch optimal gepflegte Pflanzen von Schädlingen befallen werden aber sie haben wesentlich bessere Chancen, die Angriffe zu überleben. |
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Vorbeugung Die beste Form des Pflanzenschutzes ist also, die Pflanzen wehrhaft
gegen Krankheiten und Schädlinge zu machen. Hier gibt es einiges, was Sie tun können und die nachfolgenden 10 Tipps sollen Anregung für Sie sein.
- Kaufen Sie nur gesund aussehende Pflanzen in Geschäften, mit denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben und informieren Sie sich vor dem Kauf über die Pflege der
Pflanze. Die beigefügten Pflanzenstecker informieren meist nur lückenhaft und manchmal sogar falsch.
- Achten Sie besonders in der Wachstumsphase auf regelmäßige Düngung.
- Verwenden Sie hochwertiges
Substrat
, dass Sie wenn nötig durch Hilfsstoffe verbessern.
Topfen Sie die Pflanzen rechtzeitig um, damit sich die Wurzeln optimal entwickeln können.
- Stärken Sie Ihre Pflanzen im Frühjahr bei Beginn der Wachstumsperiode und im Herbst kurz vor der Heizperiode mit Pflanzenstärkungsmitteln, z.B. Algenextrakt oder Pechnelkenextrakt.
- Härten Sie Ihre Pflanzen ab
. Zimmerpflanzen, die im Sommer draußen stehen, sollten so früh wie möglich ins Freie. Schon an den ersten warmen Tagen im März sollten sie für ein
paar Stunden raus, um sich langsam zu akklimatisieren. Lassen Sie die Pflanzen im Herbst so lang wie möglich im Freien. Die langsam kühler werdenden Temperaturen härten die Pflanze
ab und machen sie widerstandsfähiger für die Heizperiode in der Wohnung.
- Wählen Sie wenn irgend möglich ein geeignetes
Winterquartier für die jeweilige Pflanze. Subtropische Pflanzen bevorzugen helle und kühle Standorte. Laubwerfende Pflanzen können
oft im kühlen und dunklen Keller überwintert werden.
- Passen Sie Düngung und Gießen an
. Viele Pflanzen werden im Winter nicht gedüngt und weniger oder gar nicht gegossen.
- Vermeiden Sie im Winter kalte Zugluft. Das kann viele Pflanzen ernsthaft und nachhaltig schädigen oder gar zerstören. Wenn nötig, sollten die Pflanzen vor dem Lüften "aus der Gefahrenzone" gestellt werden.
- Erleichtern Sie den Pflanzen die schlechten (für viele Schädlinge günstigen) Bedingungen des Winters, indem Sie sie regelmäßig mit weichem Wasser einnebeln. Vorsicht, nicht jede Pflanze verträgt das.
Mit diesen Maßnahmen wird ein Befall mit Schädlingen oder Krankheiten zwar nicht verhindert, Sie
verbessern aber die Bedingungen für die Pflanzen und verschlechtern sie damit für die ungeliebten Besucher Ihrer Schützlinge. |
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Alle Fotos: Marco Kluge |
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