Systematik Wie so oft in der botanischen Systematik ist auch bei den Moosen keine
einheitliche Klassifizierung vorhanden. Im Pflanzenreich bilden die Moose die Abteilung Bryophyta. Insofern ist sich die Literatur einig aber darüber hinaus gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Darstellungen. Vor allem ältere,
aber auch einige jüngere Quellen (z.B. 1)) teilen die Moose in zwei Klassen auf (andere ordnen sie in Unterabteilungen): Laubmoose und Lebermoose. In vielen jüngeren Quellen wird eine dritte Klasse oder Unterabteilung definiert, die
Hornmoose, die bei anderen Quellen als Untergruppe der Lebermoose klassifiziert sind. Entwicklungsgeschichtlich sind die Hornmoose sicher die älteste Gruppe, die auch noch einige Merkmale mit den ersten Landpflanzen, den Nacktfarnen
teilt (vgl. 4)).
Die Hornmoose (Anthocerophyta) enthalten nur eine einzige Gruppe (Klasse, Ordnung) Anthocerothales, was ihre besondere Stellung innerhalb der Moose ähnlich deutlich macht wie die des Ginkgo bei den Gefäßpflanzen.
Die Lebermoose (Heptophyta) teilen sich in die thallosen Lebermoose (Marchantiopsida) , solche also, die keine funktionale Gliederung in ihrem Grobaufbau besitzen, sondern ein Lager aus allerdings meist sehr differenzierten
Zellen bilden und in foliose Lebermoose (Jungermaniopsida), die wie die Bezeichnung folios (beblättert) schon andeutet, eine ansatzweise Differenzierung in so etwas wie Blatt, Stiel und "Wurzel" aufweisen.
Diese
Gliederung ist ein gemeinsames Merkmal der dritten Gruppe der Moose, der Laubmoose (Bryophyta, Musci). Sie bilden die größte und gleichzeitig die entwicklungsgeschichtlich jüngste Gruppe der Moose. Die ältesten Fossilien dieser Klasse
sind "nur" 300 Millionen Jahre alt.
Die Grafik auf der folgenden Seite stellt das dreigeteilte Modell der Moose dar. Es enthält die Abteilung Moose, gegliedert in die Klassen Hornmoose, Lebermoose und Laubmoose und zeigt
die jeweils zugehörigen Ordnungen der drei Klassen. |