Generationswechsel
Moose pflanzen sich geschlechtllich fort. Sie besitzen weibliche und männliche Fortpflanzungsorgane, die entweder auf derselben oder auf verschiedenen Pflanzen angesiedelt sind. Sie können also ein- oder zweihäusig sein.

Die weiblichen Sexualorgane sind flaschenförmige Gebilde, sogenannte Archegonien (singular Archegonium), die in ihrem Inneren eine Eizelle bilden. Der "Flaschenhals" des Archegoniums ist zunächst mit Zellen wie durch einen Korken verschlossen. Ist die Eizelle gereift, werden diese Zellen zurückgebildet und es entsteht eine Öffnung, duch die die männlichen Spermatozoiden eindringen können.

Anders als bei allen anderen Landpflanzen ist bei den Moosen der Gametophyt die auffälligere, dominierender ausgebildete Generation.

 

Die Spermatozoiden werden in den männlichen Sexualorganen, den Antheriden gebildet, die meist keulenförmig sind. Die Samenzellen gelangen mit Hilfe von Geißeln zur Eizelle und benötigen für ihren Weg dorthin eine Wasserbrücke.

Durch die Befruchtung entsteht eine Keimzelle, die mit einem vollständigen, also doppelten Chromosomensatz ausgestattet ist, die Keimzelle ist diploid. Sie bildet eine ebenfalls diploide Pflanze aus, die mit einem Stiel versehene Sporenkapsel, die auf der Moospflanze angesiedelt ist. Die Moospflanze selbst ist haploid, d.h. sie besitzt nur einen einfachen Chromosomensatz.

In der Sporenkapsel werden nun mit einer Reifeteilung die ebenfalls haploiden Sporen gebildet. Bei günstigen Verhältnissen werden die Sporen dann freigesetzt und bilden zunächst einen fadenförmigen Vorkeim, das Protonema. An diesem Keimfaden bilden sich dann als Knospen wie an einer Perlenkette aufgereiht die eigentlichen Moospflanzen, die wie bereits erwähnt ebenso wie die Sporen nur einen haploiden Chromosomensatz besitzen. "Diesen regelmäßigen Wechsel zwischen zwei Generationen mit einfachem und doppeltem Chromosomensatz bezeichnet man als Generationswechsel. Die Generation, auf der die Sexualzellen (Gameten) entstehen, wird Gametophyt genannt (hier die grüne Moospflanze), und die Generation, die nach einer Reduktionsteilung Sporen bildet, bezeichnet man als Sporophyt." 3) Anders als bei allen anderen Pflanzen ist bei den Moosen der Gametophyt wesentlich auffälliger und dominierender gestaltet als der Sporophyt.

Die vielen dünnen rotbraunen Stiele, die der grünen Moospflanze entspringen, sind die Sporangien. Hier werden nach einer Reifeteilung die haploiden Spooren gebildet.

Diese Mikroskopaufnahme zeigt die aufgeplatzte Sporenkapsel eines Sporangiums. Die Sporen wurden bereits aus der Kapsel herausgeschleudert um dann neue Protonemae und Gametophyten zu bilden, die wir als die grünen Moospflanzen kennen.

3) Jahns, Farne Moose Flechten: BLV Verlagsgesellschaft, München 1987

Alle Fotos: Marco Kluge

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